Dezentralität zentralisieren

25.12.2018

Ein neues Gespenst geistert durchs Internet. Es hüllt seine schwarze Seele in ein weißes Gewand und wird beim Täuschen immer raffinierter, um sich auch an kritische Manöver zu wagen. Mit seinem Firefox Browser schiebt Mozilla den Anwendern mehr als fragwürdige Dienste unter und verdreht wie heutzutage üblich die Argumentation, dass es klingt, als würden die Nutzer doch darum gebeten haben. Notfalls wird die Sicherheit vorgeschoben, der sich niemand verweigert, auch wenn es lediglich geschickte Täuschung ist. Die fleischfressende Pflanze wird in einem bunten, wohlriechenden Blumenstrauß versteckt. Gängige Unternehmenspraxis.

Eine andere Methode ist, sich offener Software zu bedienen, diese gebündelt anzubieten und damit gegen die zentralisierten, kommerziellen Anbieter wettern. Framasoft aus Frankreich ist da ein leuchtendes Beispiel, die sich schamlos mit fremden Federn schmücken und sich deren Stempel von „Free Software“ und „Free Culture“ aufdrücken. Alle auf Dezentralität ausgerichtete Open-Source Anwendungen finden sich dort und werden so wider ihrer Intention eingesetzt. Welche unlauteren Absichten Framasoft dahinter verbirgt, müssen andere herausfinden. Sind die einzelnen Dienste auf Anonymität und Datensparsamkeit ausgelegt, sammelt sich bei Framasoft als zentraler Anbieter natürlich eine enormer Datenpool an.

Ein Schelm mag sein, wer dabei Böses denkt, aber wer gar nicht denkt, könnte schnell der Gelackmeierte sein. Ich mein ja nur …

Dienstleister Cloudflare will mit zentralem Gateway das Web dezentralisieren (Heise)