Die Perversion von Absichten (1)

28.05.2019

Gut gemeint und schlecht gemacht, ist das eine. Nichts gemeint und sich machen lassen, das andere. Während ersteres Eigenständigkeit ausdrückt, stellt zweites Abhängigkeit dar. Steuern oder gesteuert werden. Das Perverse ist nun die Verdrehung von Vorgängen, so dass die Ahnungslosen verwirrt sind und neben der Übersicht die Kontrolle verlieren.

Fehler sind erlaubt, für Lerneffekte gar wünschenswert, so lange keine irreparablen Schäden damit einhergehen. Probieren geht über studieren, wie uns bereits frühzeitig der Weisheit letzter Schluss eingetrichtert wird. In der Praxis offenbaren sich Schwächen, die dann zu erfolgreichen Entwicklungen führen können.

Eine Umdeutung in Fehler strotzende Tatsachen ist jedoch nicht einfach nur eine Lüge, sondern beabsichtigte Manipulation. Zu solchen psychologischen Mitteln greift, wer die Macht negativer Emotionen bei instabilen Charakteren auslösen und schüren will. Alleinig zur Befriedigung selbstsüchtiger Motive. Unfrieden stiften, um sich am entfachten Hass zu laben und dessen zerstörerischen Kräfte zum Selbstzweck zu missbrauchen. Wie ein zu langsamer Sprinter, der seinen Gegnern Beine stellt, um zu gewinnen.

Welche Meinung die selbstherrlichen Führer von ihren dummen Schafen haben, bewies der Auftritt des österreichischen Vizekanzlers. Zu mehr als Schlachtvieh, um sich selbst gut zu nähren, reicht es nicht. Wer allerdings einen lauten Aufschrei der Entrüstung erwartet hat, blieb über dessen Ausbleiben selbst sprachlos. Affiges Gebären kommt bei niederen Instinkten gut zur Geltung und wird unterwürfig bejubelt.

Gebrochene Versprechungen sind Bürger*innen von der Politik gewohnt. Das der Verdruss inzwischen reicht, um sich von Unwahrheiten die Sinne betäuben zu lassen, ist erschreckend. Setzt der gesunde Menschenverstand aus, hört das Bedauern dort auf, wo es zu einer ausufernden Gefahr für die Gemeinschaft wird. Diesem Geschwür muss entschieden begegnet werden, um seine Ausbreitung einzudämmen.