Her mit den kranken Daten

28.12.2018

Ließ sich die bisherige Positionierung der Staatssekretärin für Digitales im Bundeskanzleramt, Dorothee Bär, als eher der digitalen Gerechtigkeit und Vernunft verpflichteten Prägung interpretieren, gibt es jetzt eine bajuwarische Watschen. In Anbetracht ihrer gehaltlosen politischen Stellung könnte manch einer verleitet sein, aktuelle Ausführungen leichtfertig beiseite zu wischen. Was bezüglich des Inhalt die einzig infrage kommende Handlungsweise wäre. Andererseits hat uns Politik gelehrt, dass sich deren Ungemach gerne durch die Hintertür über uns her macht. Es kann daher nicht genug Wachsamkeit geben.

Prekär werden ihre Auslassungen deshalb, weil unsere intimsten Daten in Gefahr sind. Die Art von Daten, die selbst die zu verbergen gedenken, die sonst gedankenlos mit selbigen hausieren gehen. Also nicht diesen, aber allen anderen. Und da zudem inzwischen nahezu jeder begriffen hat, dass die Versprechungen von geschützten Daten eine Mär sind, hat eine Lockerung in jedweder Form bezüglich unseren Krankheitsinformationen zu unterbleiben. Eigentlich verbieten Vernunft, Umsicht und Klugheit sämtliche Gedanken an solchen Umgang, allerdings glänzen Politiker gerade in diesen Disziplinen mit ausgiebiger Unkenntnis.

Mit einem aufgebauschten und feierlich präsentierten Bonus von 1,50 Euro im Monat, werden sich Ochsen wahrscheinlich in den Schlachthof locken lassen. Vom Stumpfsinn betäubt, fällt ihnen die Einsicht dann nicht schwer, dass das Schindluder treiben mit ihren Daten unumgänglich und nur zu ihrem Besten ist.

Wer jetzt ins Rennen schickt, es sei nichts zu befürchten, weil das angesprochene Themengebiet überhaupt nicht in Bärs Einflussbereich liegt, sondern im Ressort von Gesundheitsminister Jens Spahn, dem sei geantwortet: Das ist kein Trost – überhaupt nicht!

Dorothee Bär: Datenschutz für Digitalisierung des Gesundheitswesens lockern (Heise)

Bär stößt Debatte um Datenschutz im Gesundheitswesen an (Golem)