Microsoft hat es verbockt

05.12.2018

Nicht, weil sie es nicht könnten, sondern weil sie ihren Willen aufzwingen und Standards bestimmen wollten – wie immer. Die Standards werden aber anderswo festgelegt, weshalb der ehemalige Gigant immer als Außenseiter nebenher lief. Jetzt also das Einsehen, dass ständig gegen die Wand laufen kein Weiterkommen ermöglicht. Von dieser Warte aus gesehen, richtig so. Aus Anwendersicht, gut so. Von Seiten der Entwickler, endlich!

Aus Sicht einer dringend benötigten und notwendigen Vielfalt, katastrophal! Nicht, dass Internet Explorer oder Edge in den letzten Jahren irgend eine Rolle gespielt hätten, wäre und ist ein weiterer Browser Unterbau unter freiheitlichen Aspekten unverzichtbar. Mit Chromium und Quantum existieren derer nur noch zwei und letzterer steht unter der finanziellen Gnade vom ersten. Stellt Google seine Zahlungen an Mozilla ein, dürfte Firefox reif für die Geschichtsbücher sein.

Schon jetzt ist man als Anwender ausgeliefert und kann sich gegen Unerwünschtes nur schwer erwehren – sofern man überhaupt davon erfährt und kritisch genug ist. Aber gerade das nimmt zunehmend ab, weswegen die beiden verbliebenen Browser Hersteller vermehrt dazu übergehen, den Nutzern Einstellungen oder fest programmierte Eigenschaften unterzuschieben, die mannigfaltige Möglichkeiten zur Monetarisierung schaffen.

Ob dann ambitionierte Firmen eine Lösung sind, die auf den jeweiligen Unterbau ihr eigenes “Haus” bauen, ist dann die große Frage und muss sich erst noch zeigen bzw. beweisen. Denn löbliche Versprechungen und guter Willen ersetzen nicht die Notwendigkeit, Geld zu verdienen. Zudem sind sie abhängig, was als Unterbau zur Verfügung steht, den sie nicht nach Belieben verändern können. Opera, Vivaldi, Brave und all die anderen sehen ansprechend aus, funktionieren je nach Anforderung leidlich und erfreuen sich einer hoffentlich wachsenden Beliebtheit.

Es bleibt jedoch der schale Geschmack, dass die derzeitige Entwicklung nur einen erfreut zuversichtlich stimmt: Google. Und das sollte nachdrücklich verhindert werden.

Ausgangspunkt war aber Microsoft. Wollen wir noch über Windows 10 reden? Ne, war’n Witz, lass mal stecken …

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