Überlebenskampf gegen Amazon

24.01.2019

Schluckt die Nr. 1 die Nr. 4 am Markt, ist natürlich die Haltung der Kartellbehörde abzuwarten. Allerdings stellt dieses Prozedere im neoliberalen Profit-Wachstumsdruck eine antiquierte und zunehmend hilflose Handlungsweise dar: Größe mit Größe bekämpfen. Immer weiter aufrüsten, wo letztlich nur einer die stärkere Waffe hat. Bis dahin wurden staatliche Hürden abgeschafft und Amazon wird sich alles unter sich einverleiben.

Die wirklich Dummen, die, die am Ende in die Röhre gucken und schockiert feststellen, dass sie am Arsch sind, sind die, die dies möglich machen: die Konsumenten. Amazon das Geld gedankenlos in den Rachen schmeißen, weil der Moloch sein hässliches Gesicht hinter dicker Schminke verbirgt und mit süßem Honig jeden in die Falle lockt, wird sich böse rächen. Ohne Ausweg wird man der Skrupellosigkeit ausgeliefert sein und das Preisdiktat schmerzhaft runter würgen müssen.

Aber vielleicht hat bis dahin die globale Lethargie weiter die Wahrnehmungsrezeptoren gelähmt, so dass im Stumpfsinn keine Zweifel die rudimentären Denkprozesse stören.

Man könnte auch die kleine, unabhängige Buchhandlung vor Ort aufsuchen und feststellen, wie angenehm berauschend es sein kann, sich mit begeisterten, hingebungsvollen Bücherliebhabern auszutauschen. Ja, in so einem richtigen Gespräch von Mensch zu Mensch.


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